Abschluss, nicht Abschuss.
Bild aus der Schweizer Plakatsammlung, wahrscheinlich von 1923.
Das Magazin «Stocks» stimmt in den Afrika-Lobgesang mit ein, meint aber etwas anderes.
«Afrika steigt auf» titelt das Schweizer Anleger-Magazin «Stocks», jetzt sei der Zeitpunkt für Anleger gekommen. Das Heft schlägt damit in dieselbe Kerbe wie andere Wirtschaftspublikationen seit Monaten. Auf sechs Seiten wird dargelegt, wieso «Aufsteiger Afrika» für Investitionen ein lohnendes Ziel abgibt. Leider hat der Text einige Macken.
Die meisten afrikanischen Börsen sind klein und eignen sich kaum für ausländische Investoren. Das schreibt auch «Stocks». Also will das Magazin eigentlich gar nicht in Afrika investieren. Wie Marco Spichiger, UBS-COO für «Griechenland, Israel und Afrika» (!) im Interview sagt, gibt es gar keine reinen Sub-Sahara-Afrika-Fonds. Folglich muss man auch in Zukunft auf hiesige Unternehmen setzen, die in Afrika ihr Geschäft verrichten.
Mit den Anlagetipps von «Stocks» steigt nicht Afrika auf, sondern der Rohstoffhändler in Zug oder am Genfersee.
Die beliebtesten Accessoires, mit welchen sich Ghanaerinnen und Ghanaer umgeben:
Plastikstuhl
Ideal, um an einem warmen Tag unter dem Mangobaum vor sich hinzudösen. Oder im Büro auf jemanden zu warten.
Aluschüssel
Transportiert Wasser, Gemüse, Einkäufe und hilft bei der Wäsche.
Handy
Unterdessen gibt es in Ghana fast 20 Millionen Handy-Abos auf 24 Millionen Einwohner. Besonders beliebt: Geräte für zwei SIM-Karten. Besonders praktisch: eine integrierte Taschenlampe.
Perücken
In Accra sieht man mehr Frauen mit falschen als mit echten Haaren. Weiterlesen
Wie demokratisch ist die Region?
Abdoulaye Wade hatte ein Einsehen. Noch am Wahltag (25. März) gratulierte der senegalesische Präsident seinem Herausforderer Macky Sall zum Wahlsieg. Damit hat der Senegal sein Image als demokratischer Staat seit der Unabhängigkeit 1960 bestätigt.
Neben dem Senegal gelten auch Ghana und Benin als funktionierende Demokratien, und mit einigen Abstrichen darf man Nigeria, Niger, Liberia, Sierra Leone und derzeit die Elfenbeinküste dazuzählen.
Doch das kann sich schnell ändern, wie das Beispiel von Mali zeigte. Das Land war politisch stabil – bis zu einem Putsch vor wenigen Wochen. In der Folge wurde die Nordhälfte des Landes von Tuaregs und Islamisten besetzt. Die Putschisten versprechen, bald Wahlen abzuhalten – ein derzeit unrealistisches Szenario.
Und nun Guinea-Bissau: Premierminister und Interimspräsident wurden am Donnerstag von Soldaten aus ihren Häusern geholt. Das Militär vertrieb Demonstranten aus den Strassen und schloss Radiostationen. Weiterlesen